Montag, 9. Dezember 2019

Löwenzahnkind - Der Spiegel Bestseller von Lina Bengtsdotter

Werbung
Ach, was genieße ich die letzten Wochen und lese.... da ich einfach gerade nicht mehr so belastbar bin genieße ich es mit gutem Gewissen mich einfach öfters mal eine halbe Stunde auszuruhen. Da ich noch nie wirklich schlafen konnte tagsüber ohne grantig zu sein danach, lese ich viel momentan.
Die Ruhe vor dem Sturm wird hier also ausgiebig genossen und somit habe ich die letzten 2 Tage den Thriller Löwenzahnkind von Lina Bengtsdotter gelesen oder besser gesagt verschlungen.
Anfangs dachte ich, hoffentlich ist mir der Roman nicht zu dick mit seinen knapp 430 Seiten und die letzten Schweden Thriller waren auch alle nicht so mein Fall aber ich konnte diesen kaum weg legen vor Spannung.
Mit Recht hat er den Titel "Spiegel Bestseller" erhalten.

Details zum Buch:
Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-10381-3
Preis: 13 EUR

Autorin:
Lina Bengtsdotter wuchs in der schwedischen Stadt Gullspang auf, welche sie auch zum Hauptschauplatz ihres Thrillers gewählt hat. Ihr Debütroman wurde Bestseller in Schweden und erscheint mittlerweile in 20 Ländern. Es soll im kommenden Jahr eine Fortsetzung geben und ich bin sehr gespannt ob Sie an Ihren Erfolg anknüpfen kann.
Momentan lebt und arbeitet die Autorin in Stockholm.


Story:
Der Roman spielt in der schwedischen Kleinstadt Gullspang. Hier ist die Zeit stehen geblieben.... viele sind weg gezogen und die, die noch hier geblieben sind, arbeiten alle in der gleichen Fabrik. Die Kinder feiern ausgelassen und viele Eltern scheinen resigniert zu sein.
Bis in einer heißen Sommernacht die Schülerin Annabelle spurlos verschwinden. Ihre letzten Spuren führen zum alten Dorfladen, der mittlerweile als Jugendtreff für zügellose Partys mit Alkohol, Drogen und Sex bekannt ist.
Was ist hier passiert?
Wohin ging Annabelle als sie den Dorfladen verließ?
Am Anfang passt alles irgendwie überhaupt nicht zusammen. Annabelle war eine fleissige, wissbegierige Schülerin. Gründete den Leseclub usw.
Aber mit welchem Geheiminsvollen Mann hat sie sich getroffen?
Und welchen Grund gibt es dass die Mutter von Annabelle so psychisch Labil ist und keine Kontakte im Ort möchte?
Charlie Lager übernimmt den Fall. Auch sie hat einiges in dem Buch aufzuarbeiten, ist sie ja schon vor 20 Jahren aus Gullspang geflohen um Ihre eigene Vergangenheit zu verdrängen.

Leseprobe:
Charlie hatte vor zwei Jahren in der Nationalen Operativen Abteilung, kurz NOA, angefangen. Die erste Zeit war hart gewesen. Während ihrer Ausbildung hatte sie viele Gruselgeschichten über die Männerherrschaft unter Polizisten gehört, doch ihr war nicht bewusst gewesen, wie verbreitet die männliche Überheblichkeit war. Der Umgangston, die Sticheleien, die PMS-Unterstellungen, sobald sie jemandem widersprach oder Kontra bot. Der Großteil ihrer Kollegen bei der NOA waren Männer mittleren Alters, die sich seit Jahrzehnten gegenseitig den  Rücken freihielten. Schon am ersten Tag hatten sie deutlich gezeigt, dass sie alles andere als begeistert von der Vorstellung waren, in Zukunft mit einer jungen Frau zusammenarbeiten zu müssen, noch dazu auf der Position, die Charlie bekleiden würde. Einer hatte ganz unverblümt gesagt, dass er eine Frau nur im Bett über sich akzeptierte. Charlies Blitzkarriere war dabei völlig unerheblich, ebenso ihr Abschluss in Psychologie, bevor sie ihre Ausbildung an der Polizeihochschule aufnahm. Wie sie das überhaupt geschafft habe?, hatte einer ihrer neuen Kollegen sie gefragt. Wie war es möglich, ein dreijähriges Studium zu absolvieren und trotzdem mit zwanzig Jahren an der Polizeihochschule anzufangen? Charlie hatte ehrlich geantwortet, nämlich, dass sie in der Schule eine Klasse übersprungen, mit siebzehn Abitur gemacht hatte und dann direkt an die Universität gegangen war. Der Kollege hatte die Stirn gerunzelt und irgendwas gemurmelt von wegen, man solle nach dem Gymnasium nicht gleich studieren, sondern erst einmal reisen und Lebenserfahrung sammeln.

Fazit:
Schon lange hat mich kein Thriller mehr so gefesselt wie dieser. Ich muss zwar gestehen, dass ich das Buch eher in die Krimireihe eingeordnet hätte aber das tut der Spannung keinen Abbruch.
Normalerweise bin ich skeptisch bei Schwedenkrimis. Oft tue ich mir schwer bei den Namen und kann manchmal nur folgen wenn ich wirklich hochkonzentriert bin.
Hier war es aber so spannend und fesselnd geschrieben, dass ich das Buch sowieso nicht weg legen konnte.
Man konnte der Autorin auch gut folgen und war somit immer mitten im Geschehen und hat mitgerätselt und mitgefiebert.
Auch die gleichzeitige Aufarbeitung der Vergangenheit von Charlie Lager, der Hauptermittlerin, hat das Buch nochmal zu einer besonders spannenden Wendung gebracht.
Ich kann es jedem Schweden- und Krimifan nur wärmstens empfehlen. Ein wirklich tolles Buch. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung!




Keine Kommentare:

Kommentar posten